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Vorläufige Fahrerlaubnisentziehung ein Jahr nach Verkehrsunfallflucht

Landgericht Görlitz – Az.: 13 Qs 148/17 – Beschluss vom 08.09.2017

Auf die Beschwerde des Angeklagten wird der Beschluss des Amtsgerichts Hoyerswerda vom 10. Juli 2017, mit welchem dem Angeklagten die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen und die Beschlagnahme des Führerscheins angeordnet wurde, aufgehoben.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die dem Angeklagten insoweit entstandenen notwendigen Auslagen trägt die Staatskasse.

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Ist Ihnen die Fahrerlaubnis nach einer Verkehrsunfallflucht vorläufig entzogen worden? Sie sind nicht allein. Gerichtsbeschlüsse können angefochten werden, wie der Fall des Landgerichts Görlitz zeigt. Es gibt Möglichkeiten, Ihre Fahrerlaubnis zu schützen oder wiederzuerlangen. Wir bieten eine erste fundierte Einschätzung Ihrer Situation und beraten Sie anschließend umfassend zu den besten Handlungsoptionen. Zögern Sie nicht und nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um Ihre Chancen zu verbessern und unnötige Kosten zu vermeiden.

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Gründe

I.

Die zulässige Beschwerde hat in der Sache Erfolg.

Vorläufige Fahrerlaubnisentziehung ein Jahr nach Verkehrsunfallflucht
Landgericht Görlitz hebt vorläufige Fahrerlaubnisentziehung auf: Ein Jahr nach Verkehrsunfallflucht wird der Beschluss des Amtsgerichts Hoyerswerda revidiert. Verhältnismäßigkeitsgrundsätze und der lange Zeitraum seit der Tat sprechen gegen die Maßnahme. (Symbolfoto: Sensay /Shutterstock.com)

Gemäß § 111a StPO kann die Fahrerlaubnis vorläufig entzogen werden, wenn dringende Gründe für die Annahme vorhanden sind, dass die Fahrerlaubnis gemäß § 69 StGB entzogen werden wird. Die gemäß § 111a Abs. 1 StPO erforderlichen dringenden Gründe sind ausschließlich in § 69 StGB zu suchen. Das Amtsgericht Hoyerswerda stützt sich dabei auf § 69 Abs. 2 Nr. 3 StGB. Hiernach ist der Täter in der Regel als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen anzusehen, wenn ein Vergehen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort (§ 142 StGB) gegeben ist. Damit liegen die Voraussetzungen einer vorläufigen Entziehung der Fahrerlaubnis gemäß § 111a StPO grundsätzlich vor. Die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis unterliegt jedoch als strafprozessuale Zwangsmaßnahme dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die vorläufige Zwangsmaßnahme durch die vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 111a StPO soll ermöglichen, die Allgemeinheit vor Gefahren durch einen ungeeigneten Kraftfahrer schon vor dem rechtskräftigen Urteil zu schützen. Seit Tatbegehung am 31. Juli 2016 bis zum Erlass des Beschlusses nach § 111a StPO am 10. Juli 2017 ist nahezu ein Jahr vergangen. Der Sinn und Zweck der beantragten und erlassenen Maßnahme kann jedoch nach diesem Zeitablauf nicht mehr angenommen werden bzw. ist nach Verhältnismäßigkeitsgrundsätzen nicht mehr gerechtfertigt.

II.

Die Kostenentscheidung beruht auf § 473 Abs. 1 Satz 1 StPO.

Rechtsanwälte Kotz · Kreuztal

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